Ich möchte nun bald einen Teil meiner Erz IIId Schüttgutwagen mit "Eisenerz" beladen. Aber wie? Das Dumme ist, dass ich nirgendwo im Netz Vorbildfotos aus der Epoche IIIb finde. Also solche, die einen Erzzug von damals mal von oben zeigen, um die Korngröße und Farbe der Beladung und die übliche Beladehöhe einschätzen zu können. Was ich weiß ist, dass die Wagen - es geht mir um den Langen Heinrich auf der Rückfahrt von Emden ins Ruhrgebiet - nicht vollständig, sondern nur zu ca. 80% beladen wurden (wg. des hohen spez. Gewichts von Eisenerz). Und ich hab auch gefunden, dass das Zeug eine rotbraune Rostfärbung hatte.
Also meine Fragen:
1. mit was bildet man Eisenerz am ehesten in H0 nach?
2. Was ist für die Grundfüllung von Erz IIId Wagen geeignet? Damit meine ich den "Beladungsdummy", der unten reinkommt, später von der eigentlichen Erznachbildung bedeckt wird und nur für Masse sorgt. Styroporblöcke gehen ja kaum, weil die Öffnung der Wagen oben deutlich enger ist als der Raum darunter. Es müsste also eine Gieß- oder Schüttmasse sein. Ideen?
ehrlich gesagt kenne ich mich mit der Körnung auch nicht aus. Es gibt oder eher gab mal von Preiser Eisenerz. Das habe ich, verwende es auch und bin mangels genauerer Info zufrieden damit.
Gießmasse halte ich für keine gute Idee. Erstens bekommst Du das nie wieder raus. Zweitens sind die Wagen an irgendwelchen Fügestellen sicher nicht ganz dicht. Die Sauerei, wenn das unten rausläuft, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Drittens bekommst Du dann auch Gewichtsprobleme wie beim Original.
Ich tendiere immer noch zu Styropor oder einem ähnlichen Festkörper. Wenn Du Deien Einsatz vor dem einbau in mehrere Scheiben schneidest, kannst Du die nebeneinander einschieben, trotz des schmalen Zugangs. Oder Du verwendest eine Schaumstoff, der sich zum Einsetzen zusammendrücken läßt. Da ist aber die Dauerhaltbarkeit problematisch, wie von manchen Schachteleinlagen bekannt.
Oder die Wagen lassen sich zerlegen - dann wäre es einfach.
Mit herzlichen Grüssen Stefan
Und ist der Ruf erst ruiniert, baut sichs gänzlich ungeniert.
Ich habe ein bisschen gesucht und aus DIESEN und JENEN Quellen herausgefunden, dass eine Füllhöhe bis ungefähr zur Hälfte wohl einigermaßen vorbildgerecht wäre.
Aber wie?
Hab schon darüber nachgedacht, ob ich unten sowas wie Knetmasse reindrücke, um die Wagen abzudichten. Dann mit "leichtem Sand" auffülle und erst ganz oben eine Erznachbildung oder gar echten Erzstaub (woher nehmen?) draufgebe. Was meint Ihr?
was ich schon gesehen habe und wie es auch einige Forumbahner praktizieren: In den Wagen wird ein "Kern" aus zurechtgeschnittenem Styrodur eingelegt. Eventuell mit einem Magnete drin, so daß man die Beladung mit einem Magneten aus dem Wagen "heben" kann. Auf diesen Styrodurblock streut/klebt/heftet man dann die Ladungsnachbildung. Das ganze hat den Vorteil, dass die Beladung sehr leicht bleibt und du nicht so viel Material brauchst. Du schreibst zwar, dass das mit den Styrodurblöcken nicht geht, da die Wagen oben enger sind als unten, aber wenn du auf den Styrodurblock erst noch oben Papier aufklebst und dann das Ladegut draufklebst, bekommst du es vielleicht so flexibel hin, dass du den schmalen Styrodurblock durch das Papier verbreiterst. Und wenn du wenig Ladung "draufstreust", dann bleibt das Papier vielleicht flexibel ? Nur eine Idee.
StEn hat da einige Beiträge zum Thema verfasst, bemühe mal bitte die Suchfunktion im Forum zu "Ladung".
EDIT: HIER hat MichaB über den Selbstbau von Kartoffeln als Ladung geschrieben. Und hier schreibt StEn zum Bau von Kohle als Ladung. Vielleicht inspiriert dich das.
wenn die großen ErzIIId-Pötte nur zur Hälfte gefüllt werden könnten - was ich für realistisch halte, da Erz nunmal sehr schwer ist - würde ich mir überlegen, überhaupt einen Ladeguteinsatz zu machen. Von wie hoch oben muss man schauen, um die Ladung zu sehen?
Zitat von Silbergräber im Beitrag #7wenn die großen ErzIIId-Pötte nur zur Hälfte gefüllt werden könnten - was ich für realistisch halte, da Erz nunmal sehr schwer ist - würde ich mir überlegen, überhaupt einen Ladeguteinsatz zu machen. Von wie hoch oben muss man schauen, um die Ladung zu sehen?
ja Jörn, da hast Du recht, da hab ich auch schon drüber nachgedacht. Eine Beladung würde nur so schön in mein ausgedachtes Betriebskonzept passen, und wahrscheinlich würde ich mit der Ladehöhe ein bisschen übertreiben. Jedenfalls soweit, dass man's auch sieht. Nun werden die Erz IIId Wagen bei mir auf dem vordersten Gleis gefahren, also nah zur Anlagenkante. Da kann man gut oben reinsehen (obwohl ich die Anlage ziemlich hoch baue). Und wenn die leer in den entsprechenden fiddle yard reinfahren und auch leer wieder rauskommen sieht das schon ein bisschen doof aus ...
Zum "wie" gab es ja schon einige Meldungen, auch zum "wie hoch" ... zum "was" noch die Ergänzung: Asoa hat Eisenerz im Programm für H0. Ich weiß nicht, was es genau es ist, aber es sieht nach so rot-braunem Eisenerz aus und ist ziemlich schwer. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass es wohl wirklich welches ist ... anderswo meinte wer, es sei garantiert keines ... Egal!
Da Eisenerz aber - je nachdem, woher es kommt - auch andere Farben haben kann, habe ich auch schon im Netz unterschiedliche Tips gelesen, was man noch nehmen kann ... einfach mal "Eisenwerz Ladung Modellbahn" oder sowas in Google eingeben?
Ich denke, dass ich eine Möglichkeit gefunden habe. Die wäre allerdings unwiederbringlich fest eingebaut, nicht wieder herausnehmbar. Aber das wäre es mir wert. Jedenfalls habe ich mir einen meiner Wagen genauer angeschaut und festgestellt, dass der Kunststoffteil des Wagens, also der eigentliche Ladungskörper, aus 2 Hälften besteht, die man an der Längsachse des Wagens mit geringem Krafteinsatz aufklappen kann:
Wenn ich nun im offenen Zustand (um leichter und genauer arbeiten zu können) tief unten in den Laderäumen, dort wo ich im folgenden Foto die gelben Markierungen angebracht habe, einen Streifen Kunststoffspachtel o. ä. einbringe, die Hälften wieder zuklappe und die Trockenzeit abwarte, dann hätte ich anschließend einen nach unten dichten Wagen.
Nun könnte ich ein leichtes Schüttgut reinlaufen lassen - im Moment fällt mir nix besseres als Sand ein - dann hätte ich anschließend einen wunderbaren, vorbildgerechten Schüttkegel. Den müsste man mit einem ziemlich dünnflüssigen Wasser-Leim-Gemisch fixieren und nach der Trocknung zum Schluss das Ganze noch mit echtem Eisenerz "übergießen". Und auch das gaaaanz zum Schluss noch mit Wasser-Leim verfestigen.
So könnte es gehen, oder was denkt Ihr?
Nur statt Sand müsste mir noch was Leichteres einfallen, das aber ein ähnliches Schüttverhalten hat. Ideen?
Als ich meine österreichischen Kohlewagen vor Jahren beladen habe, hatte ich Spaltüberbrückenden 2Komponentenklebstoff genommen und die Wagen damit abgedichtet. Anschliessend die Kohlenachbildung rein und das typische Holzleimwasserspüligemisch dazu. Die Wagen hatten dann zwar an Gewicht zugenommen, aller alle Loks haben den Zug anstandslos gezogen. Erznachbildungen gab es es mal von HolgerSauerModellBau, aber die Firma existiert nicht mehr und die Wagen waren auch voll beladen damit. Ich frage mich sowieso, warum man Wagen mit einem so grossen Ladevolumen baut und dann vielleicht nur die Hälfte davon nutzt. Die Erzwagen bei der Wismut waren jedenfalls angepasst.
Zitat von DR105067 im Beitrag #11Ich frage mich sowieso, warum man Wagen mit einem so grossen Ladevolumen baut und dann vielleicht nur die Hälfte davon nutzt. Die Erzwagen bei der Wismut waren jedenfalls angepasst.
Die Erzwagen von Strahlemann & Söhne wurden auch ausschließlich zum Transport von Uran"erz" genutzt. Die Bundesbahn wollte ihre Fals möglichst variabel einsetzen: beim Beladen mit Koks wird der Wagen nämlich fast randvoll. Keine Ahnung, ob das Konzept aufgefangen ist oder ob die Züge weitestgehend im festen Verband pendelten.
Nein, das beißt sich überhaupt nicht. Die Bezeichnung "Erz" weißt nur darauf hin, dass der Wagen im Erzverkehr eingesetzt werden darf.
I, II und III gibt die Höhe der Seitenwände an und "d" bedeutet, dass die Kiste Drehgestelle hat. Die früheren Ausführungen der Vierachset besaßen nämlich Lenkachsen. Die Bezeichnungen galten bis Mitte der 60er Jahre.
Wenn Manfred die Fals bis kurz oberhalb der Klappengelenke belädt, ist das vorbildgerecht.
Zitat von Silbergräber im Beitrag #15I, II und III gibt die Höhe der Seitenwände an und bedeutet, dass die Kiste Drehgestelle hat. Die früheren Ausführungen der Vierachset besaßen nämlich Lenkachsen. Die Bezeichnungen galten bis Mitte der 60er Jahre.
Jörn, fehlt in diesem Satz nicht ein "d"? (... und d bedeutet, dass die Kiste Drehgestelle hat. ...)
Ui, das Halbwissen schlägt mal wieder Purzelbäume.
da möchte auch ich mit dabei sein: "Erz": Verstärkte Bodenkonstruktion für das spez. "schwerere" Erz. "d" besonders dichte Ausführung der Klappen um auch feinkörnige Ladung gegen Rieselschwund zu sichern.
In den Anfangsjahren der DB (praktisch mit dem Kriegsende) hat man, der Not gehorchend, auf die schnelle Produktion von Universalgüterwagen gesetzt und wegen der schlechten Zustände der Gleise die Streckenklasse A als Maß der Volumenberechnung genommen. Mit Beginn der 60er war es dann mit der Universalierung vorbei: Speziell im Kohle/Koks-Verkehr wurden die Aufsätze über den Klappen variiert um das Volumen zu vergrößern.
Die sechsachsigen Erzwagen sind speziell für dieses Ladegut konstruiert, deshalb auch die relativ sichtbare Ladung (in den Videos).
Zum Modellerz: Von Woodland gibt es "typisch" rotbraunes Material in verschiedenen Körnungen, zB. B77 Medium Iron Ore. Spezifisch "leicht" da wahrscheinlich aus Holz (nomen est omen). Kleines Geld für ansprechende Mengen. Ich finde, da lohnt es sich zu schütten und zu entleeren. Ohne komplizierte Verrenkungen wegen Aktionen am Wagen (sooo groß werden die Öffnungen nicht sein).
wenn Du den "langen Heinrich" oder sonstigen Erzverkehr ab Emden in's Ruhrgebiet darstellen möchtest, würde ich mich an der Farbgebung von nordschwedischem Erz orientieren. Das Zeugs wurde in Emden gelandet.
Zitat von Guardian71 im Beitrag #19... würde ich mich an der Farbgebung von nordschwedischem Erz orientieren. Das Zeugs wurde in Emden gelandet.
Ja Mark, das will ich ja auch tun. Aber welche Farbe hatte es denn? Find nix im Netz. Ich meine mich erinnern zu können, dass es eher grau als rot war. Weißt Du's vielleicht besser?