Ich möchte gerne einen Interzonenzug auf meiner Anlage einsetzen. Wie und aus welchem Wagenmaterial/ Loks Epoche 3/4 wurden sie gebildet ? Bin auf Hinweise zu Modellen und Literatur dankbar. Gruß Michael
Spur 0 Bahner und zwei Leiter H0 Modulist, Ecos Zentrale mit Ecos Detectoren zur Belegtmeldung, Software iTrain, Lenz und ESU Programmer.
Hallo Michael, Als Lokomotive gibt es meiner Meinung nach nur eine und zwarRoco`s 010525 mit Oelfeuerung!!Leider wird sie von Roco nicht mehr gebaut,was mir unverständlich ist. Die passenden Wagen gibt es von Sachsenmodell und Roco in allen Ausführungen. Um genau die Vorbildsituation zu studieren empfehle ich die DVD-Mit der 01.5 zum Eisernen Vorhang(55Min.Interzonenzüge),sowie Filme von Ton Pruissen. Die Filme handeln meist von der Strecke-Erfurt/Bebra in Farbe!!Auch werden die Dieselloks gezeigt die ersatzweise für die Dampfer gelaufen sind.
Also als Zuglok kommt auch die BR 22 von Fleischmann in Frage da ja nach Epoche III/IV gefragt wurde sowie alle Piko/ Roco 01.5 sowie die BR 03 von Piko und die 01 alt von Roco ausnahmsweise auch eine 41 von Piko. BR 22 nach Hof und Pobstzella, BR 01.5 nach Probstzella und Bebra, 01 alt und 03 nach Helmstedt, BR 01.5 nach Hamburg. Die BR 41 liefen oft zu den vier Jahreszeiten(Ostern, Pfingsten, Weihnachten und Jahreswechsel) im Bedarfsverkehr. Die 01.15 von Berlin waren fast Ausschlieslich im Schnellverkehr nach Dresden eingebunden sodas sie selten nach Helmstedt kamen. An Wagen kann man fast alles der DB und DR einsetzen da gab es die buntesten Zusammenstellungen. Habe selbst mal den Köln - Görlitz gesehen der nur aus DR Wagen gebildet war und als Verstärker einen vierachsigen Umbauwagen der DB am Zugschluß hatte
''Die Summe aller Probleme geteilt durch die beteiligten Personen ist immer das Gleiche''
Vergiß nicht die V180 -> BR 118 sie war ständig im Transit- und Zonenverkehr zu sehen. Unterschieden werden muß aber zwischen Tranis- und Zonenzug. Transitzüge liefen nur zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Berlin(West), während Zonenzüge in die DDR fuhren und dort endeten. Vor Zonenzügen kam hinter der Grenze alles zum Einsatz was die DR zu bieten hatte.
Kohlegefeuerte 01.5 (nicht 01.15!!!) kamen zusammen mit Altbau 01 regelmäßig nach Helmstedt, besonders in der frühen Epoche IV.
Kohle 01.5 wurden in der Fachsprache als 01.15 bezeichnet um den Unterschied zur Ölgefeuerten darzulegen, z.B. 01 1518-8 Kohle 01 0505-6 Öl. Du zeigst wieder mal wie viel Fachwissen Du hast.
[ Editiert von ruebchen am 02.09.07 0:01 ]
''Die Summe aller Probleme geteilt durch die beteiligten Personen ist immer das Gleiche''
der Zuglauf eines Interzonenzuges hat verschiedene Abschnitte. Beispiel: München - Berlin. In der Ep. III und IV kamen da auf dem südlichen Abschnitt bis Nürnberg vielfach 118 und 110 zum Einsatz, in der Ep.4 111, 118, 110. Bis Hof auch 221 und 218. Die in westdeutschen Augen ungewöhnliche Reichsbahnbespannung wurde meist bereits an den jeweiligen Grenzbahnhöfen ausgetauscht. Ja, ich weiss, es gibt Bilder mit 01.5 in Hamburg, das war in den 60ern!
Beim Wagenmaterial kann alles eingesetzt werden, was die Zulassung für DB und DR hat, DB-Seitig UIC X-Wagen (Büm, ABüm Aüm), in früheren Jahren Schürzenwagen und Bauart 28, DR-Seitig Osshd-B und Y, ebenfalls Schürzenwagen, Modernisierungswagen, Rekospeisewagen und auch die bekannten Mitteleinstiegswagen, die Piko in einer schönen Version im Sortiment hat.
Im Allgemeinen wurde in Interzonenzügen oft sehr gutes Material eingesetzt, um auf der "anderen" Seite Eindruck zu machen. Wobei hier im Süden (München - Nürnberg) lokal auch manchmal MD-Behelfsgepäckwagen und 4-achsige Schiebewandwagen der Bundespost eingereiht waren.
Martin hat die DB Seite sehr gut dargelegt, ich kenne nur die DR Seite ausführlich. Die BR 118(DR) wurde nicht so oft verwendet da sie zu schwach war mit eintreffen der BR 132 ab 1972 veränderte sich das sofort genau so wie Martin das geschrieben hat immer das beste für die andere Seite.
[ Editiert von ruebchen am 02.09.07 0:29 ]
''Die Summe aller Probleme geteilt durch die beteiligten Personen ist immer das Gleiche''
Hey, ich kenne nur im Berlin-Verkehr die 132 mit den Halberstädter...den schönen Mitropa Speisewagen und hier in Spandau noch morgens beim D-Zug nach Westerland zwei bis drei DB-Wagen als Kurswagen. Hab die Züge Jahrelang als Aufsicht abgefertigt
Es gab defintiv keine BR 01.15, es blieb im Amtsgebrauch immer bei der Bezeichnung 01.5! Mit Umstellung auf Computernummer bei der DR im Jahre 1970 stellt man vor die 5xx Ordnungsnummer eine 0 für Ölfeuerung und eine 1 für Kohlefeuerung. In der Epoche 3 wurde in der Anschrift nicht zwischen Kohle- und Ölfeuerung unterschieden.
Was die V180 bzw. BR118 betrifft, sie hat viele Jahre die Transitzüge von Berlin(West) nach Hamburg und Helmstedt gezogen, kann also so schwach mit ihren 2x 900 als 118.0 bzw 2x 1000 PS als 118.1-5 oder gar 2x 1200PS als 118.6-8 nicht gewesen sein. Es gibt ausreichen Fotomaterial in den einschlägig bekannten Büchern und Heften welche die Baureihe selbst im Mittelgebirge vor langen Reisezügen zeigen.
Nachteil der V180/118 war, daß sie keine elektrische Heizausrüstung hatte, im Transitverkehr aber immer mehr Wagen westeuropäischer Bahnverwaltungen auftauchten, welche keine andere Heizmöglichkeit boten.
Eine Frage an den Experten "ruebchen": Wie kann die 132 ab 1972 im Transit-/Zonenverkehr eingesetzt worden sein, wenn die ersten Loks dieser Baureihe erst im Dezember 1973 angeliefert wurden?
Die heißen DDR-Lok Diskussionen sind doch ziemlich einseitig.
Solche Züge begannen doch nicht ander Grenze, sondern hatten einen weiten Lauf auch im Westen. Endbahnhöfe waren neben Hamburg Köln und München. Und da kamm bestimmt keine DDR-Lok hin.
In Köln um 1970 bestand ein Interzonenzug meist (nur) aus relativ modernen DDR- UIC-Wagen, aber bespannt mit einer E10. Ähnlich in München, nur konnte da neben einer E10 auch eine E18 davor sein.
Nur in Hamburg waren 01.5 zu sehen. Es waren Kohle-Loks. Die sind mir in allerbester Erinnerung. Denn in Hamburg Altona wurde immer der halbe Tender umgegraben. Ganz unten, ganz hinten unter die Kohle kam ost-begehrtes Gut: Kisten mit frischem Fisch. Vielleicht auch noch anderes, aber das war nicht so auffällig. Ein deutsch-deutscher Zug.
Gustav hat natürlich Recht mit Köln und allen anderen Endbahnhöfen im DB - Gelände, deswegen erwähnte ich ja die Lokwechselbahnhöfe. Es gab auch Züge Paris - Warschau die durch die BRD und die DDR liefen und aus ganz anderen Wagen gebildet wurden. In Hamburg wurden nach Umbau auf Ölfeuerung oder Reko ab 01 0519 fast nur noch Öl-Lok's vom BW Wittenberge eingesetzt da die DR die Züge meist aus der Mitte fuhr. Natürlich wurde auch die BR 118 eingesetzt da die Leistung für die meist sehr schweren Züge aber oft nicht reichte wurde sehr oft Doppeltraktion gefahren selbst nach Hamburg. Ein 16 Wagenzug wiegt nicht wenig.mit auftauchen der BR 132 wurden dann diese vorzugsweise im schweren Schnellzugdiest verwendet. Die BR 130 101 und 102 also mit Zugheizung und größerer Länge uber Puffer (erkennt man von aussen gut an der Maschienenraumfensterzahl) wurden 1972 an die DR geliefert. Erst mit der Leistungssteigerung der BR 118 zur 118.5 oder 118.6-8 bis auf 3000 PS mit den AL 5 Motoren wurde diese Lok wieder verstärkt im schweren Schnellzugdienst eingesetzt. Im DB-Gebiet ist mir sogar ab Probstzella der Einsatz der BR 150 und BR 151 vor diesen Zügen bekannt. Was im Gebirge also ab Hof und Bebra alles Vorgespannt wurde ist mir nicht bekannt.
''Die Summe aller Probleme geteilt durch die beteiligten Personen ist immer das Gleiche''
130 101 wurde am 23.03.1974 und 130 102 am 17.04.1973 Endabgenommen, der DR übergeben und dem Bw Halle P zugeteilt. Beide Loks kamen sofort zur Erprobung der neuen Bauteile in die VES-M.
Übrigens ist die 130 101 als 754 101-4 erhalten geblieben und befindet sich in Obhut des BSW Halle.
ZitatGepostet von dampflok10 Ich möchte gerne einen Interzonenzug auf meiner Anlage einsetzen. Wie und aus welchem Wagenmaterial/ Loks Epoche 3/4 wurden sie gebildet ? Bin auf Hinweise zu Modellen und Literatur dankbar. Gruß Michael
Was die Literatur betrifft, es gibt im EK Verlag ein Buch "Internationale Schnellzüge in der DDR – 1949 bis 1990" sowie die jährlichen Hefte des Eisenbahnkurier "Die DB vor 25 Jahren" bzw. "Dir DR vor 25 Jahren". Bei GeraMond gibt es ein Buch "Deutsch-deutsche Grenzbahnhöfe" sowie ein Buch "Interzonenzüge- Eisenbahnverkehr im geteilten Deutschland 1945-1990" Das sollte Dir eine Hilfe sein.
Die DVD Interzonenzüge musst du Dir ansehen. Sie beschreibt den Interzonenzug wirklich ausgiebig. Bezieht sich jedoch leider nur auf den Süden der DDR. Ist ja bestimmt auch im Norden gefahren. Als Transitzug habe ich hier ein Bild mit einer "Ludmilla" vorgespannt. http://www.dwrweb.de/person/grafik/d345.htm
Sag ich doch!!Die DVD-Mit der 01.5 zum Eisernen Vorhang (Süden BEBRA-ERFURT!!)ist das beste was es gibt,sowie Ton Pruissen auf diversen Filmen. BR.01.5 mit einem Interzonenzug-kommt keine Diesellok mit. LG.